GESCHICHTE

Chäuerfasnacht Melchnau

3750 Kinder

…..in etwa haben in den letzten 15 Jahren die Fasnacht in Melchnau belebt. Nicht ganz so viele oder überhaupt nicht so viele Erwachsene festeten am Abend an der Chäuerfasnacht. 3750 Hotdogs und x- Liter Eistee konnten gratis konsumiert werden. Ca. 50 Sitzungen des Komitees brauchte es für das Organisieren der Fasnacht. Bis vor drei Jahren bauten wir zusätzlich zur Einstellhalle im AKTIVA noch eine Bar – und rissen dann das Ganze am Sonntag wieder ab. Ich weiss nicht, wie viele Stunden da in Fronarbeit investiert wurden, addiert mit denjenigen des Bastelns der Fasnächtler. Eins weiss ich: Es hat sich gelohnt. Die kleine Schar der Chäuerfasnächtler haben’s jeweils genossen und sich vergnügt bis „am Haubi“. Und wenn man in die Gesichter der Jungfasnächtler gesehen hat, die begeisterten Augen, das Staunen, das genussreiche Reinbeissen in den Hotdog, das Konfettiwerfen, das Tanzen zur Discomusik, das stolze Tragen des Fasnachtskleides, das Lärmen mit Instrumenten…….

 

…dann wissen wir vom Komitee: Wir haben Vieles gut gemacht, und hoffen, zukünftige Fasnächtler motiviert zu haben. Noch grösser ist die Hoffnung, Nachfolgerinnen und Nachfolger als Organisatoren der nächsten Fasnachten in Melchnau zu finden. Wir werden sie

 allenfalls mit Rat, Erfahrung und ein wenig Startgeld unterstützen. 2017 wird die letzte Fasnacht im AKTIVA- Keller sein und an dieser Stelle möchte ich mich im Namen des Komitees, aller „AltkomitelerInnen“ und der Fasnachtsgemeinschaft ganz herzlich bei der Trägerschaft des AKTIVAS, allen voran Claudia, ganz herzlich bedanken. Eure Unterstützung war all die Jahre einfach „sau toll“, ohne sie hätte es „d’Chäuerfasnacht“ nicht gegeben. Auch Dank an die Bewohnerinnen und Bewohner, die sich nie beschwert haben über Lärm oder Unruhe. Im Gegenteil: Viele waren dabei – unten - in der Halle.

 

Mit dem jeweiligen Helferessen im Sommer bedankten wir uns bei den freiwilligen Helferinnen und Helfer, die beim Bau dabei waren; an dieser Stelle nochmals grossen Dank an Euch. Und nicht zuletzt ein „mega Danggerscheen“ an die Sponsoren die Geld, Autotransporte, Würstchen gesponsert oder grosszügige Rabatte gesprochen hatten.

 

Ich hoffe, dass eine gewisse Wehmut der Freude weicht, bald an der nächsten

 

Melchnauer Fasnacht „ zueche hocke z’chönne….“

Hans Stirnimann
Melchnau, 2017

Schon einige Zeit ist vergangen, es dürfte so um 1998 gewesen sein. Im damaligen Café Liebu von Monika Leibundgut kam mir als alter Fasnächtler die Idee, doch etwas Leben in unser verschlafenes Dorf zu bringen.

Ein Fasnachts-Umzug und am Abend einen Maskenball im 'Liebu' mussten her. Mit einem 'Flyer' in der Post haben wir auf unser Vorhaben aufmerksam gemacht und dachten uns, naja, Martin Leibundgut und ich würden wohl alleine durch die Dorfstrasse wandern.  Der Tag der 'neuen' Fasnacht in Melchnau kam, die Gratis-Würstchen im Liebu für die Umzugsteilnehmer schmorten im heissen Wasser, Martin und ich harrten auf dem Kirchplatz der Dinge, die da hoffentlich kommen mögen.... und oh was? sie kamen auch, fürs erste Mal zu hauf. Rasch ein Anruf zur Wirtin in den Liebu, es müssten denn statt deren 2, dann doch so um 100 heisse Würstchen sein! Eine Guggenmusik war zwar nicht dabei, dafür gab es nach dem Umzug umsomehr die grosse Disco im allzukleinen Café Liebu. Die umwerfende Ballnacht am Abend war es dann zwar nicht, für Melchnauer als erste Auflage der 'neuen' Fasnacht aber doch ein Erfolg. Was 'legend' werden will, muss hier untendurch, traditionell bernisch eben. Auf alle Fälle hat uns dieser Anfang bestärkt, eine weitere Auflage im nächsten Jahr zu starten, mit mehr Vorbereitung und eine Stufe professioneller.

Ein Jahr später, unsere zweite 'neue' Fasnacht im Dorf. Was das Wort Umzug vergangenes Jahr noch nicht ganz traf, durfte diesmal zu Recht so benannt werden. Eine bunte Maskenschar schlenderte vom Kirchenplatz zum Liebu, allen voran eine echte Guggenmusik, die nach dem Umzug den ganzen Gemeindehausplatz für das obligate Konzert benötigte. Nach 'alter' Tradition bekamen auch dieses Jahr alle Umzugsteilnehmer ein kostenloses Hot-Dog mit Getränk. Damit alles seine Richtigkeit hat, anschliessend wieder die Disco für eher Jung, weniger für Alt. Wem die Nacht mehr zusagte, genoss die kleine - aber feine Liebufasnacht bis in die grauen Morgenstunden..., zumindest für die Putzkolonne, denn das Café Liebu musste für die Sonntagsbesucher ohne Konfetti in neuem Glanz bereitstehen. Nunja, ist ja nur einmal im Jahr.

Wieder ein Jahr vergangen, das Café Liebu und die Wirtefamilie stand nicht mehr zur Verfügung, ich mochte eigentlich damals auch nicht mehr, alles selber auf die Beine zu stellen ........  und fast hätte es keinen Umzug mehr gegeben. Zum Glück sind zwei inspirierte Fasnächtlerinnen wie Gabi Leibundgut sowie Eve Bosshart in meine Motivationslücke gesprungen und haben den Umzug nun schon im dritten Jahr der Melchnauer Neuzeit organisiert und durchgeführt. Diesmal gab es eine verlängerte Umzugsstrecke, am Liebu vorbei ins damals wieder eröffnete Restaurant Bahnhof. Soweit ich mich erinnern kann, wurden auch da die Umzugsteilnehmer mit einem Wienerli im getrockneten Teig versorgt, Getränk inclusive.

Ab nun wurde die Organisation 'professionell'. An einem warmen Sommerabend hat sich eine handvoll Melchnauer in der Linde in Melchnau zu einer Besprechung eingefunden, die anwesenden fasnächtlichen Hochbürger Claudia und Hans Stirnimann kannte ich damals noch nicht. Wir bekannten uns zu einem richtigen OK, hirnten an Konzepten, Räumlichkeiten, suchten Namen, verteilten Aufgaben. Dank einem heute eingespielten Team findet unsere heutige Chäuerfasnacht mit einem jedes Jahr umfangreicher werdenden Umzug von der Landi bis ins Aktiva und dem nächtlichen Maskentreiben mit den legendären Schitzelbänken im Aktiva-Keller statt.

Nun ist die Zukunft der Melchnauer Fasnacht wohl gesichert, wenn auch mich mal wieder eine Motivationslücke ereilen sollte.........

........ und, wie das Leben so spielt, die Zeit vergeht im Nu, und schon sind 10 Jahre meines Engagementes für die Melchnauer Fasnacht vergangen. Das will heissen, 10 Jahre sind für mich genug. Zusammen mit Urs + Gabi Leibundgut sagen wir der Fasnacht Adieu und wünschen ihr ein weiterhin langes Leben, mit neuen Kräften und neuen Ideen.


herzlichen Dank fürs Lesen

Heinz Richner
Melchnau, 2008