GESCHICHTE

2017 - 2020

Das Jahr 2017 war in der Geschichte der Melchnauer Fasnacht sowohl das Jahr des Abschieds als auch das Jahr eines Neuanfangs. Nachdem das ehemalige OK unter der Leitung von Heinz Hasler bekannt gegeben hatte, dass es in Zukunft keine Aktiva-Chäuerfasnacht mehr organisieren werde, traf sich im Sommer 2017 eine kleine Gruppe von Fasnächtlern zu einer Sitzung, um ein neues OK zu gründen. Denn: Melchnau ohne Fasnacht - das konnte es nicht sein!

Das neue OK entschied sich für die Organisation einer Kinderfasnacht mit kurzem Umzug, Monsterkonzert und einfacher Festwirtschaft. «Lasst uns klein und bescheiden anfangen», bat der neue OK-Präsident Stephan Huber, «wir können den Anlass später immer noch vergrössern.»

Und so begann das neue OK auf Hochtouren, die Fasnacht 2018 vorzubereiten. Die Homepage wurde aktualisiert, Guggenmusiken angeschrieben, Sponsoren gesucht, Deko für die Bäume vor dem Schulhaus gebastelt, usw. Dass sich Heinz Hasler weiterhin als OK-Mitgied (Ressort Umzug) zur Verfügung stellte, war ein riesiger Vorteil! Ausserdem war die emotionale sowie die finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung und der Wirtschaft von Anfang an grossartig, so dass am Samstag, dem 10. Februar 2018, unter dem Motto «Sowieso farbefroh!» eine kleine, aber feine Melchnauer Kinderfasnacht auf dem Schulhausplatz stattfinden konnte. Petrus war den Melchnauern wohl gesinnt und die Stimmung auf dem Festareal war ausgelassen und fröhlich. Sowohl die aktiven Fasnächtlerinnen und Fasnächtler wie auch unsere Zuschauerinnen und Zuschauer zeigten sich begeistert von dem neuen Konzept.

Dass die Melchnauer eine tolle Fasnacht organisieren können, sprach sich im Oberaargau offenbar herum. Auf jeden Fall staunte das OK im Herbst 2018 nicht schlecht, als es plötzlich hiess, es hätten sich gleich 7 Guggenmusiken für die 2. Auflage der Melchnauer Kinderfasnacht angemeldet… Namen von grossen Guggenmusiken aus Langenthal und Umgebung standen auf der Teilnehmerliste für 2019… Aus Platzgründen hatten wir sogar eine Guggenmusik, die sich für eine Teilnahme beworben hatte, auf das nächste Jahr vertrösten müssen! So etwas war Melchnau noch nie passiert. Was war das für ein Quantensprung! Und wie gross war die Vorfreude im OK, aber auch im ganzen Dorf.

Da nun viel mehr Fasnächtlerinnen und Fasnächtler und dementsprechend auch mehr Publikum erwartet wurde, lohnte sich ein Ausbau der Festwirtschaft. Der Festwirt Heinz Leibundgut organisierte kurzerhand ein grosses Festzelt und erweiterte sein Angebot auf der Getränke- und Speisekarte. Ausserdem sollte es neu auch eine Bar geben.

Am 2. März 2019 war es dann so weit: Unter dem Motto «Bi üs lärmet’s» und bei strahlendem Sonnenschein erlebte Melchnau eine Kinderfasnacht der Superlative. Der mittlerweile deutlich grössere Umzug mit den toll dekorierten Wagen von ortsansässigen, aber auch regionalen Cliquen und den vielen lauten Guggenmusiken hatte ein grosses Publikum angelockt. Beim anschliessenden Monsterkonzert auf dem Schulhausplatz gab es sogar ein Gedränge.

Neu war diesmal auch die von den Schülern organisierte Kinderdisco. In diesem Jahr hatten Oberstufenschüler die Planung und Organisation der Disco übernommen. Viele Kinder trafen sich in dem abgedunkelten und toll dekorierten Werkraum zum Tanzen und Feiern. Auch hier war die Stimmung fantastisch.

«Sollen wir im Jahr 2020 am Abend einen Maskenball in der Mehrzweckhalle durchführen?», war die Frage, der sich das OK im Herbst 2019 stellte. Die Idee fand aber keinen grossen Anklang. Nein, es sollte weiterhin eine kleine und bescheidene Fasnacht bleiben.

Ein paar Optimierungen bei der Festwirtschaft wurden bei der Planung der Fasnacht 2020 dennoch vorgenommen. Ziel war es, den Ansturm der Leute auf die Verpflegungsstände noch besser auffangen zu können und einige ökologische Verbesserungen (weniger Plastik) umzusetzen. Erneut hatten sich sehr viele Guggen und Cliquen für die Melchnauer Fasnacht 2020 angemeldet.

Und es sollte eine Fasnacht werden, die wir alle nie mehr vergessen werden… Wenn wir am 22. Februar 2020 bereits gewusst hätten, dass unsere Fasnacht in diesem Jahr zu der grössten Fasnacht im ganzen Kanton werden sollte,… Ja dann hätten wir gerne noch mehr Guggen und Cliquen eingeladen… und es wären vermutlich auch noch viel mehr Leute gekommen, als sowieso schon da waren.

«Mir starte düre!», hiess das Motto der diesjährigen Melchnauer Kinderfasnacht. Dicht an dicht feierten die Menschen fröhlich auf dem Schulhausplatz bzw. in der Kinderdisco und wussten noch nichts von den Abstandsregeln und Hygienemassnahmen, die unsere Welt schon bald verändern sollten. Wir sind in Melchnau unendlich dankbar dafür, dass unsere Fasnacht noch stattfinden konnte und wir leiden mit all den OKs, welche nicht so viel Glück hatten und ihre Fasnacht nicht durchführen durften.

Aktuell sind wir an der Planung der 4. Auflage unserer Melchnauer Kinderfasnacht. Eine schwierige Aufgabe unter den aktuellen Gegebenheiten… Aber wir lassen uns von diesen Covid-19-Viren nicht entmutigen und setzen alles daran, die Fasnacht 2021 zu einem wunderbaren Event werden zu lassen! Also: Auf in eine neue Fasnachtssaison!

 

 

Melchnauer Fasnacht

Karin Aeschlimann
Melchnau, 2020

Chäuerfasnacht Melchnau

3750 Kinder

…..in etwa haben in den letzten 15 Jahren die Fasnacht in Melchnau belebt. Nicht ganz so viele oder überhaupt nicht so viele Erwachsene festeten am Abend an der Chäuerfasnacht. 3750 Hotdogs und x- Liter Eistee konnten gratis konsumiert werden. Ca. 50 Sitzungen des Komitees brauchte es für das Organisieren der Fasnacht. Bis vor drei Jahren bauten wir zusätzlich zur Einstellhalle im AKTIVA noch eine Bar – und rissen dann das Ganze am Sonntag wieder ab. Ich weiss nicht, wie viele Stunden da in Fronarbeit investiert wurden, addiert mit denjenigen des Bastelns der Fasnächtler. Eins weiss ich: Es hat sich gelohnt. Die kleine Schar der Chäuerfasnächtler haben’s jeweils genossen und sich vergnügt bis „am Haubi“. Und wenn man in die Gesichter der Jungfasnächtler gesehen hat, die begeisterten Augen, das Staunen, das genussreiche Reinbeissen in den Hotdog, das Konfettiwerfen, das Tanzen zur Discomusik, das stolze Tragen des Fasnachtskleides, das Lärmen mit Instrumenten…….

 

…dann wissen wir vom Komitee: Wir haben Vieles gut gemacht, und hoffen, zukünftige Fasnächtler motiviert zu haben. Noch grösser ist die Hoffnung, Nachfolgerinnen und Nachfolger als Organisatoren der nächsten Fasnachten in Melchnau zu finden. Wir werden sie

 allenfalls mit Rat, Erfahrung und ein wenig Startgeld unterstützen. 2017 wird die letzte Fasnacht im AKTIVA- Keller sein und an dieser Stelle möchte ich mich im Namen des Komitees, aller „AltkomitelerInnen“ und der Fasnachtsgemeinschaft ganz herzlich bei der Trägerschaft des AKTIVAS, allen voran Claudia, ganz herzlich bedanken. Eure Unterstützung war all die Jahre einfach „sau toll“, ohne sie hätte es „d’Chäuerfasnacht“ nicht gegeben. Auch Dank an die Bewohnerinnen und Bewohner, die sich nie beschwert haben über Lärm oder Unruhe. Im Gegenteil: Viele waren dabei – unten - in der Halle.

 

Mit dem jeweiligen Helferessen im Sommer bedankten wir uns bei den freiwilligen Helferinnen und Helfer, die beim Bau dabei waren; an dieser Stelle nochmals grossen Dank an Euch. Und nicht zuletzt ein „mega Danggerscheen“ an die Sponsoren die Geld, Autotransporte, Würstchen gesponsert oder grosszügige Rabatte gesprochen hatten.

 

Ich hoffe, dass eine gewisse Wehmut der Freude weicht, bald an der nächsten

 

Melchnauer Fasnacht „ zueche hocke z’chönne….“

Hans Stirnimann
Melchnau, 2017

Schon einige Zeit ist vergangen, es dürfte so um 1998 gewesen sein. Im damaligen Café Liebu von Monika Leibundgut kam mir als alter Fasnächtler die Idee, doch etwas Leben in unser verschlafenes Dorf zu bringen.

Ein Fasnachts-Umzug und am Abend einen Maskenball im 'Liebu' mussten her. Mit einem 'Flyer' in der Post haben wir auf unser Vorhaben aufmerksam gemacht und dachten uns, naja, Martin Leibundgut und ich würden wohl alleine durch die Dorfstrasse wandern.  Der Tag der 'neuen' Fasnacht in Melchnau kam, die Gratis-Würstchen im Liebu für die Umzugsteilnehmer schmorten im heissen Wasser, Martin und ich harrten auf dem Kirchplatz der Dinge, die da hoffentlich kommen mögen.... und oh was? sie kamen auch, fürs erste Mal zu hauf. Rasch ein Anruf zur Wirtin in den Liebu, es müssten denn statt deren 2, dann doch so um 100 heisse Würstchen sein! Eine Guggenmusik war zwar nicht dabei, dafür gab es nach dem Umzug umsomehr die grosse Disco im allzukleinen Café Liebu. Die umwerfende Ballnacht am Abend war es dann zwar nicht, für Melchnauer als erste Auflage der 'neuen' Fasnacht aber doch ein Erfolg. Was 'legend' werden will, muss hier untendurch, traditionell bernisch eben. Auf alle Fälle hat uns dieser Anfang bestärkt, eine weitere Auflage im nächsten Jahr zu starten, mit mehr Vorbereitung und eine Stufe professioneller.

Ein Jahr später, unsere zweite 'neue' Fasnacht im Dorf. Was das Wort Umzug vergangenes Jahr noch nicht ganz traf, durfte diesmal zu Recht so benannt werden. Eine bunte Maskenschar schlenderte vom Kirchenplatz zum Liebu, allen voran eine echte Guggenmusik, die nach dem Umzug den ganzen Gemeindehausplatz für das obligate Konzert benötigte. Nach 'alter' Tradition bekamen auch dieses Jahr alle Umzugsteilnehmer ein kostenloses Hot-Dog mit Getränk. Damit alles seine Richtigkeit hat, anschliessend wieder die Disco für eher Jung, weniger für Alt. Wem die Nacht mehr zusagte, genoss die kleine - aber feine Liebufasnacht bis in die grauen Morgenstunden..., zumindest für die Putzkolonne, denn das Café Liebu musste für die Sonntagsbesucher ohne Konfetti in neuem Glanz bereitstehen. Nunja, ist ja nur einmal im Jahr.

Wieder ein Jahr vergangen, das Café Liebu und die Wirtefamilie stand nicht mehr zur Verfügung, ich mochte eigentlich damals auch nicht mehr, alles selber auf die Beine zu stellen ........  und fast hätte es keinen Umzug mehr gegeben. Zum Glück sind zwei inspirierte Fasnächtlerinnen wie Gabi Leibundgut sowie Eve Bosshart in meine Motivationslücke gesprungen und haben den Umzug nun schon im dritten Jahr der Melchnauer Neuzeit organisiert und durchgeführt. Diesmal gab es eine verlängerte Umzugsstrecke, am Liebu vorbei ins damals wieder eröffnete Restaurant Bahnhof. Soweit ich mich erinnern kann, wurden auch da die Umzugsteilnehmer mit einem Wienerli im getrockneten Teig versorgt, Getränk inclusive.

Ab nun wurde die Organisation 'professionell'. An einem warmen Sommerabend hat sich eine handvoll Melchnauer in der Linde in Melchnau zu einer Besprechung eingefunden, die anwesenden fasnächtlichen Hochbürger Claudia und Hans Stirnimann kannte ich damals noch nicht. Wir bekannten uns zu einem richtigen OK, hirnten an Konzepten, Räumlichkeiten, suchten Namen, verteilten Aufgaben. Dank einem heute eingespielten Team findet unsere heutige Chäuerfasnacht mit einem jedes Jahr umfangreicher werdenden Umzug von der Landi bis ins Aktiva und dem nächtlichen Maskentreiben mit den legendären Schitzelbänken im Aktiva-Keller statt.

Nun ist die Zukunft der Melchnauer Fasnacht wohl gesichert, wenn auch mich mal wieder eine Motivationslücke ereilen sollte.........

........ und, wie das Leben so spielt, die Zeit vergeht im Nu, und schon sind 10 Jahre meines Engagementes für die Melchnauer Fasnacht vergangen. Das will heissen, 10 Jahre sind für mich genug. Zusammen mit Urs + Gabi Leibundgut sagen wir der Fasnacht Adieu und wünschen ihr ein weiterhin langes Leben, mit neuen Kräften und neuen Ideen.


herzlichen Dank fürs Lesen

Heinz Richner
Melchnau, 2008